Hochzeitsstrauß aus weißen Wiesenblumen und apricotfarbenen Rosen

Hochzeiten · 22. September 2026

Nachhaltig heiraten: 10 Tipps

Eine Hochzeit darf groß gefeiert, ansprechend dekoriert und voller kleiner Besonderheiten versehen sein. Gleichzeitig müsst ihr dafür nicht alles neu kaufen. Bei der Hochzeitsplanung lohnt es sich, immer mal wieder einen Schritt zurückzugehen und sich zu fragen:

Brauchen wir das wirklich? Wie lange werden wir es benutzen? Und was passiert danach damit?

Nachhaltig zu heiraten bedeutet für mich nicht, auf Schönes zu verzichten oder die perfekte Öko-Hochzeit zu planen. Vielmehr geht es darum, bewusst Entscheidungen zu treffen, Ressourcen zu schonen und Dingen möglichst ein langes Leben zu geben.

Hier kommen einige Ideen, wie ihr eure Hochzeit nachhaltiger gestalten könnt.

1

Gebraucht kaufen oder leihen

Hochzeiten sind voller Dinge, die nur wenige Stunden oder einen einzigen Tag gebraucht werden: Vasen, Kerzenständer, Tischdeko, Schilder, Spiegel, Bilderrahmen, Lichterketten, Sitzplan-Elemente oder kleine Dekorationen.

Bevor ihr alles neu kauft, schaut doch einmal bei Kleinanzeigen, in Hochzeitsgruppen oder auf Second-Hand-Plattformen. Viele Paare verkaufen ihre Deko nach der Hochzeit wieder – häufig sogar als komplettes Paket.

Oder ihr leiht sie euch: Mittlerweile gibt es viele Verleih-Services für Hochzeitsdekoration in der Pfalz und der Rhein-Neckar-Region.

Das ist nicht nur ressourcenschonend, sondern kann auch euer Hochzeitsbudget entlasten.

Geliehene Tischdekoration bei einer Hochzeit auf dem Weingut Muster in Bissersheim
2

Gebt eure Hochzeitsdeko anschließend weiter

Und wenn ihr selbst etwas für eure Hochzeit gekauft habt: Warum sollte es danach bei euch im Keller liegen? Verkauft oder verschenkt die Dinge weiter. Vielleicht freut sich das nächste Paar genau über eure Vasen, Wedding Wands oder Tischkartenhalter.

So wird aus einer einmaligen Anschaffung etwas, das mehrere Hochzeiten begleiten kann.

Willkommens-Schild aus Holz als Teil der Hochzeitsdekoration bei einer Hochzeit in Osthofen bei Worms
3

Blumen: saisonal & regional

Blumen gehören für viele Paare einfach zu einer Hochzeit dazu. Fragt eure Floristin nach saisonalen Blumen aus regionalem Anbau. Genau das kann eure Blumendeko besonders machen. Dann sind nicht die Instagram-Blumen euer Vorbild, sondern das, was gerade tatsächlich auf den Feldern und in den Gärtnereien eurer Region wächst.

Auch bei der Menge lohnt sich ein bewusster Blick: Müssen wirklich alle Tische komplett mit Blumen bedeckt sein?

Tischdekoration bei einer Hochzeit in Osthofen bestehend aus Blumen in Glasvasen, Tischläufer und Kerzen
4

Keine Luftballons, die in den Himmel steigen

Luftballons sehen auf Fotos natürlich schön aus. Wenn sie anschließend in die Umwelt gelangen, bleiben allerdings nicht einfach nur schöne Erinnerungen zurück. Und auch biologisch abbaubare Ballons liegen erstmal im Wald und auf Feldern herum, bis sie sich zersetzen – und in der Zeit können sie von Wildtieren und Vögeln gefressen werden, die daran verenden können.

Wenn ihr auf den Look von Luftballons bei eurer Hochzeit nicht verzichten wollt, könnt ihr sie einfach als Deko-Elemente anbinden – das sieht auch schön aus, lässt sich danach aber entsorgen und verschmutzt nicht die Natur.

5

Wedding Wands, Seifenblasen & Co. gebraucht kaufen

Für den Auszug nach der Trauung gibt es unzählige schöne Ideen. Aber müssen dafür tatsächlich 100 kleine Seifenblasenfläschchen neu gekauft werden?

Schaut doch einmal bei Kleinanzeigen nach übrig gebliebenen Hochzeitsartikeln oder fragt in regionalen Hochzeitsgruppen. Auch Wedding Wands, kleine Fähnchen oder andere Accessoires werden nach Hochzeiten häufig weiterverkauft.

Detailaufnahme von Wedding Wands bei einer Hochzeit
6

Gastgeschenke überdenken

Kleine Gastgeschenke sind lieb gemeint. Aber sie sind oft mit viel Aufwand für euch verbunden, sie gehen ins Geld – und nach der Hochzeit landen sie oft nur in einer Schublade (oder sogar im Müll).

Überlegt euch, ob ihr überhaupt ein Gastgeschenk möchtet. Und wenn ja: Vielleicht kann es etwas sein, das verbraucht wird, geteilt werden kann oder einen echten Nutzen hat.

Ihr könnt das Geld, das ihr für Gastgeschenke ausgegeben hättet, auch an eine Organisation spenden, die euch am Herzen liegt. Oder ihr schreibt jedem Gast ein Kärtchen mit lieben Worten oder einer gemeinsamen Erinnerung.

7

Das Brautkleid muss nicht neu sein

Euer Brautkleid tragt ihr wahrscheinlich nur einmal – daher kann ein Second-Hand-Brautkleid eine super Alternative zum Neukauf sein.

Mittlerweile gibt es Brautmodeläden, die sich auf gebrauchte oder bereits getragene Brautkleider spezialisiert haben – zum Beispiel der hier. Auch online findet ihr viele Kleider, die nur einmal getragen wurden.

Braut holt Brautkleid von einer Vorhangstange herunter beim Getting Ready während des Hochzeitstags in Schloss Neuhaus in Sinsheim
8

Einladung, Papeterie & Co. bewusst auswählen

Auch bei Einladungskarten, Menükarten, Sitzplänen und Co. könnt ihr auf Materialien und Mengen achten.

Vielleicht braucht es nicht für jedes Detail ein eigenes gedrucktes Schild. Vielleicht kann ein schöner Sitzplan mehrere Informationen miteinander verbinden. Oder ihr verwendet Tafeln, die auch für andere Feiern verwendet werden können.

Bei der Papeterie könnt ihr auf Recyclingpapier oder andere umweltbewusstere Materialien achten. Und natürlich könnt ihr überlegen, welche Papeterie nach der Hochzeit tatsächlich als Erinnerung behalten wird.

Papeterie bei einer Hochzeit auf Schloss Neuhaus bei Sinsheim
9

Eheringe bewusst auswählen

Eure Eheringe werden euch hoffentlich ein Leben lang begleiten – warum also nicht auch bei ihrer Entstehung bewusst auf ihre Geschichte achten?

Fragt bei Gold nach der Herkunft und informiert euch bei Diamanten darüber, woher sie stammen und unter welchen Bedingungen sie gewonnen wurden.

Und vielleicht liegt bei euch sogar schon etwas Wertvolles in der Schublade: ein alter Ring, ungetragener Schmuck oder ein Erbstück, das ihr nicht mehr tragt. Daraus eure eigenen Eheringe fertigen zu lassen, finde ich besonders schön – weil etwas, das schon eine Geschichte hat, eure gemeinsame Geschichte weitertragen darf.

Nahausnahme von Eheringen bei Hochzeit auf Schloss Neuhaus in Sinsheim
10

Regional und pflanzenbasiert essen

Auch beim Hochzeitsessen könnt ihr auf Regionalität und Saisonalität achten. Fragt euren Caterer, ob er möglichst regionale und saisonale Zutaten verwendet und ob er vegetarische und vegane Menüs anbietet. So könnt ihr nicht nur unterschiedliche Ernährungsweisen berücksichtigen, sondern gleichzeitig bewusstere Entscheidungen bei der Auswahl eures Hochzeitsmenüs treffen.

Was ich selbst als Fotografin beitragen kann

Auch bei meiner eigenen Arbeit versuche ich, bewusst mit Ressourcen umzugehen.

Eure Bilder bekommt ihr in einer hochwertigen Online-Galerie zum digitalen Download – einen USB-Stick braucht es dafür nicht. Und eure Prints bekommt ihr in einer schönen, langlebigen Box aus Karton und Papier statt in Plastik.

Und auch bei der Wahl eurer Fotografin kann ein Blick auf die Entfernung sinnvoll sein: Wenn ihr in der Pfalz oder rund um Mannheim und Heidelberg heiratet, liegen viele eurer Hochzeitslocations für mich in meiner Region. Das bedeutet kurze Anfahrtswege.

Für mich geht es dabei nie um Perfektion, sondern darum, da bewusst zu entscheiden, wo sich etwas ohne großen Verzicht anders machen lässt.

Denn vielleicht ist genau das Nachhaltigkeit: Nicht alles anders machen zu müssen – sondern manches bewusster.